Auf ein Wort - das DiamantNetzBlog
Bitte wählen:   Start     Login     Wallpapers     Praktisch     Tools     Umfragen     Infos     Blog     Job     Impressum     X  
Statusinfo ⇒   Neuling    TTLsec:5129     Montag, 06.02.2012     Letzte Änderung: 03.02.2012          
 

Bitte auswählen:
   Auf ein Wort   
   Fukushima Spezial   
   Blogosphäre   
   Über dieses Blog   
   Historie   

RoBoTom sagt: Bitte erst LOGIN.

Gast sagt zu  ?
 
 
 
26.11.2011 - Menschenwürdiges Sterben?

Jeder Mensch, gleich welchen Alters, braucht zwingend eine Patientenverfügung für den schlimmsten Fall. Die Chemie und die Technik erlauben inzwischen die Erhaltung eines Lebens - nicht des Geistes - bis zum allerletzten Aufbäumen des Körpers.

Aber selbst eine Verfügung hilft leider nicht immer. Ab wann ist der Mensch, dessen Urinstinkte meist weiter ums Leben kämpfen, in einem solchen Zustand, dass die Verfügung greift? Lichte Sekunden sind je nach Situation immer zu erwarten. Ist inzwischen nicht der schöne Traum vom friedlichen Einschlafen, sondern das Dahinvegetieren bis zum bitteren Ende die Realität?

Aber es kann noch schlimmer kommen. Aufgrund rückläufiger Geburtenrate werden immer weniger alte Menschen durch ihr Kind begleitet, wenn es langsam zu Ende geht. Und ob es dann einen Partner gibt und dieser noch dazu in der Lage ist, zu helfen? Wird von Fremden der eigene Wille noch ausreichend berücksichtigt? Vielleicht einsam und allein, in Windeln und am Tropf, unter Schmerzen oder im Delirium, wer will so wirklich sterben? Haben die Vertreter der "Authorität" schon mal miterlebt, wie es ist, wenn jemand jeden Tag im Halbtraum dahinvegetierend ein bißchen mehr stirbt? Ich schon.

Kaum verwunderlich, dass nach einer aktuellen Untersuchung rund 50 Prozent der Bevölkerung vor dem Altwerden Angst haben; tja, kein Rettungsschirm in Form familiärer Strukturen mehr, denn die sind inzwischen "wegrationalisiert" worden. Mehrere Generationen unter einem Dach sind völlig out, künstlich befruchtete Singles mit Krippenplatz dagegen echt in.

Was gibt es Persönlicheres, Intimeres als das eigene Leben und damit den eigenen Tod? Gerade hier kann nur einer entscheiden, nämlich der Betroffene selbst. Weder Staat, noch Religion, Wissenschaft oder die Gesellschaft dürfen sich anmaßen, über das absolute Recht des Einzelnen auf ein menschenwürdiges Sterben hinweg zu gehen.

Wohlgemerkt, ich rede nicht von depressiven jungen Menschen oder Managern, die plötzlich ihr schlechtes Gewissen gefunden haben. Ich rede von Menschen, die unheilbar krank sind, bei denen das auch problemlos von zwei Ärzten bestätigt werden kann und die sich - und ihren Angehörigen - einfach nur unnötiges Leid ersparen wollen. Und das möglicherweise bereits zu einem Zeitpunkt, an dem sie noch selbst eine objektive Entscheidung treffen und diese auch umsetzen können.

Es muss daher legal möglich sein, dem Betroffenen in einer physisch weitestgehend ausweglosen Situation auf Wunsch auch aktiv beim Sterben zu helfen. Wo ist da sonst noch die Würde des Menschen, die unantastbar ist? Ich weiß, wovon ich rede - erst der Vater, dann musste meine Mutter leidvoll den Weg bis zum bitteren Ende gehen. Ehrlich gesagt würde ich lieber im Kreis meiner Lieben etwas Geeignetes trinken und sanft einschlafen als - sofern noch möglich - einsam im Auto Abgase einatmend zu enden. Nochmal, gemeint sind nicht depressive Menschen, hier kann ich nur sagen - lass dir von Dritten helfen, das Gehirn ist erstaunlich manipulierbar, für dich besteht eine Chance auf ein besseres Leben. Bedenke - du hast vielleicht nur dieses eine Leben, also vergeude es nicht einfach!

Und wer sich nicht auf Dritte verlassen will - und dabei vielleicht verlassen ist - sollte sich rechtzeitig selbst darum kümmern, neben einer Patientenverfügung auch an einen alternativen letzten Schritt zu denken. Hier hilft glücklicherweise Dignitas weiter - dorthin und natürlich an den Hauptsitz von Dignitas in der Schweiz ein großes DANKE für den Mut! Allerdings ist es an sich schon eine Schande, dass man erst solche Strapazen (Anreise, fremdes Zimmer) auf sich nehmen muss, um endlich in Frieden sterben zu können.


Kein Leben ohne Tod


Wenn du dazu etwas sagen willst, kannst du das gerne mittels Kontaktformular (unter "Impressum") tun. Ich trage deinen Kommentar (ev. gekürzt) dann hier ein.

mehr aus der Blogosphäre